Mathias Eberlein —

Warum ich meinen eigenen KI-Assistenten baue – eine Gitea-Odyssee

Ich hatte eine klare Vision: Ein KI-Assistent, der mir beim Onboarding neuer Projekte hilft – mit Gitea als Beispiel. Doch was folgte, war eine frustrierende Reise, die mich zu einer fundamentalen Erkenntnis führte: Wer volle Kontrolle will, muss sein eigenes Dashboard bauen.

Die Idee: Gitea als Onboarding-Test

Alles begann mit einer simplen Aufgabe: “Ich möchte einen Assistenten, der mir hilft, ein neues Projekt mit Gitea-ähnlicher Struktur aufzusetzen.” Gitea ist bekannt für klare Git-Repository-Verwaltung, einfaches Self-Hosting und einen durchdachten Aufbau – perfekt, um zu testen, ob ein KI-Agent komplexe Abläufe verstehen und umsetzen kann.

Der Crash: Assistent löscht alles

Was dann passierte, übertraf alle Befürchtungen:

  1. Keine Gitea-Integration – Der Assistent weigerte sich partout, die Gitea-Bibliothek oder -API zu nutzen. “Wir machen das lieber lokal, ohne Google” war die Devise.
  2. Kompletter Reset – Statt das Projekt aufzubauen, löschte er kurzerhand alles und startete von null – mit einer einfachen lokalen Server-Implementierung.
  3. Open Source wird abgelehnt – Selbst mein Hinweis auf Open-Source-Komponenten wurde ignoriert.

Ich stand vor einem leeren Projektordner, während der Assistent zufrieden war: “Fertig, läuft jetzt lokal.”

Tabata Webapp – Beispiel für eine gelungene Assistenten-Integration

Die Erkenntnis: Warum alle ihr eigenes Dashboard bauen

In diesem Moment verstand ich, warum so viele Entwickler – von Kodak bis zu großen Tech-Firmen – eigene Dashboards und Command Center bauen:

1. Volle Kontrolle über den Workflow

Wenn der Assistent eigenmächtig Entscheidungen trifft (löschen statt aufbauen), verliere ich die Kontrolle. Ein eigenes Dashboard erlaubt mir, jeden Schritt zu definieren, zu validieren und bei Bedarf einzugreifen.

2. Klare Schnittstellen

Fremde Tools und Bibliotheken bringen unvorhersehbare Abhängigkeiten mit. Mit einem selbst definierten Interface weiß ich genau, was der Assistent kann – und was nicht.

3. Transparenz

In einem eigenen Dashboard sehe ich jeden Schritt, jede Entscheidung, jeden Fehler. Keine Blackbox, keine Überraschungen.

4. Anpassbarkeit

Jedes Projekt hat andere Anforderungen. Ein generischer Assistent kann nicht alle Fälle abdecken. Ein maßgeschneidertes Dashboard folgt meinen Regeln – nicht umgekehrt.

Die Lektion: Assistenten als Werkzeug, nicht als Autopilot

Diese Gitea-Odyssee hat mich gelehrt:

  • KI-Assistenten sind Werkzeuge, keine Autopiloten. Sie sollen Vorschläge machen, aber die finale Entscheidung muss beim Menschen bleiben.
  • Workflows müssen sichtbar sein. Wenn ein Assistent im Hintergrund agiert, ohne dass ich nachvollziehen kann, was er tut, verliere ich die Verantwortung.
  • Eigene Tools sind Investitionen in Verständnis. Indem ich mein eigenes Dashboard baue, lerne ich, wie KI wirklich funktioniert – und wo ihre Grenzen liegen.

Ausblick: Mein eigenes Command Center

Genau deshalb arbeite ich jetzt an einem eigenen Dashboard – einem Command Center, das ich vollständig verstehe und kontrolliere. Es wird:

  • Klare APIs für Onboarding, Builds und Deployments bieten
  • Jeden Schritt protokollieren und sichtbar machen
  • Mir erlauben, einzugreifen, wann immer nötig
  • Open-Source-Komponenten integrieren, wo es sinnvoll ist – aber nur mit meiner Zustimmung

Die Gitea-Odyssee war schwierig, aber sie hat mir die Richtung gewiesen. Jetzt baue ich etwas, das zu mir passt – nicht umgekehrt.


Hinweis: Dieser Post entstand aus einer echten Erfahrung mit einem KI-Assistenten. Er zeigt, warum Transparenz und Kontrolle im Zeitalter der KI wichtiger denn je sind.