Open Data praktisch: Wenn Stadtpläne, Fahrradwege und Müllabfuhr plötzlich Open Source werden

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Einleitung

Letzten Samstag habe ich mir vorgenommen, mal nicht irgendein npm-Paket auszuprobieren, sondern etwas, das direkt vor meiner Haustür liegt: Leipzigs Open-Data-Portal. Ich wollte wissen, ob die versprochenen „offenen Daten“ auch tatsächlich nutzbar sind – oder ob es wieder einmal eines dieser Projekte ist, die gut klingen, aber in der Praxis stecken bleiben.

Kontext

Open Data klingt erstmal abstrakt. Dahinter steckt die Idee, dass Behörden und Kommunen Daten, die sie ohnehin sammeln, der Allgemeinheit zur Verfügung stellen. Stadtpläne, Fahrradwege, Müllabfuhr-Termine, Luftmesswerte – theoretisch alles, was mit öffentlichen Mitteln erhoben wird.

Leipzig hat so ein Portal. Die Stadt bewirbt es als Beteiligungsmöglichkeit, als Transparenzversprechen. Ich war skeptisch: Ist das nur politisches Theater, oder können Entwickler:innen damit wirklich etwas anfangen?

Implementierung

Ich habe mir drei Datensätze heruntergeladen: einen GTFS-Feed für den ÖPNV, einen Datensatz zu Fahrradabstellanlagen und einen zu Sperrmüllterminen. GTFS ist ein Standardformat für öffentliche Verkehrsdaten – das klang vielversprechend.

Der ÖPNV-Feed ließ sich tatsächlich in wenigen Minuten in eine einfache Leaflet-Karte einbinden. Die Koordinaten waren sauber, die Updates regelmäßig. Beim Fahrrad-Datensatz wurde es schon komplizierter: Die Koordinaten waren teilweise auf 5 Nachkommastellen genau, aber die Attribute waren inkonsistent. Mal stand „Fahrradparkhaus“, mal „Anlehnmöglichkeit“, mal gar nichts.

Der Sperrmüll-Datensatz war am enttäuschendsten: CSV, aber mit lokalen Excel-Sonderformaten, die beim Import Encoding-Fehler warfen. Ich habe eine Stunde gebraucht, um die Umlaute zu bereinigen.

Ergebnis

Was habe ich gelernt? Offene Daten sind kein Selbstläufer. Die technische Infrastruktur ist oft solide, aber die Datenqualität variiert stark. Was nützt ein transparenter Datensatz, wenn er so formatiert ist, dass nur Data-Scientists mit viel Zeit ihn nutzen können?

Gleichzeitig sehe ich das Potential: Wenn Städte nicht nur Daten veröffentlichen, sondern auch minimale Qualitätsstandards und einfache APIs anbieten, wird daraus ein echtes Ökosystem. Ich habe inzwischen eine kleine Leaflet-Karte, die Sperrmüll und Fahrradabstellanlagen kombiniert – nicht perfekt, aber funktionsfähig.

Fazit

Open Data ist mehr als ein Transparenzversprechen. Es ist eine Einladung an Entwickler:innen, mitzumachen – aber die Tür steht nur halb offen, wenn die Daten schlecht dokumentiert sind. Mein Appell an Kommunen: Veröffentlicht nicht nur Rohdaten, sondern auch eine minimale Dokumentation und eine stabile API.

Und wer weiß – vielleicht entsteht daraus ja das nächste Community-Projekt für Leipzig. Ich bin auf jeden Fall bereit, weiterzumachen.