Weg A oder Weg B — Docker Compose oder Kubernetes?

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Du hast eine Anwendung containerisiert. Jetzt stellt sich die Frage: Wie orchestriere ich die Container? Zwei Wege tun sich auf: Docker Compose auf dem Host oder ein vollwertiges Kubernetes-Cluster. Beide funktionieren. Beide haben ihre Daseinsberechtigung. Aber für welches Projekt passt was?

Weg A: Docker Compose auf dem Host

Docker Compose ist der pragmatische Einstieg. Eine docker-compose.yml beschreibt Services, Netzwerke und Volumes. docker compose up -d startet alles. Kein separates Cluster, kein Overhead, keine steile Lernkurve.

Vorteile:

  • Sofort produktiv einsetzbar, auch auf einem einzelnen Server
  • Konfiguration bleibt lesbar und versionierbar
  • Ideal für kleine bis mittlere Setups (weniger als 10 Services)
  • Ressourcenverbrauch minimal — kein zusätzlicher Control Plane

Nachteile:

  • Kein automatisches Self-Healing bei Container-Absturz (außer mit restart: always)
  • Kein Rolling Update out of the box — du musst neu starten
  • Skalierung auf mehrere Hosts erfordert zusätzliche Tools wie Swarm
  • Monitoring und Logging baust du selbst zusammen

Ideal, wenn du ein einzelnes VPS oder einen kleinen dedizierten Server betreibst und deine Services übersichtlich sind.

Weg B: Kubernetes (managed)

Kubernetes ist der Industriestandard. Ob managed (EKS, GKE, AKS) oder selbst gehostet — es bietet eine Control Plane, die deine Container überwacht, neu startet, skaliert und rolling Updates durchführt.

Vorteile:

  • Self-Healing, Auto-Scaling und Rolling Updates eingebaut
  • Service Discovery, Load Balancing und Secrets-Management native
  • Skaliert problemlos auf Dutzende Services und Dutzende Nodes
  • Riesiges Ökosystem an Tools und Operatorn

Nachteile:

  • Hohe Komplexität — YAML-Wahn, Konzepte wie Pods, Deployments, Services, Ingress müssen sitzen
  • Overhead auch für kleine Cluster: Control Plane verbraucht Ressourcen
  • Managed-Cluster kosten Geld, selbst gehostet braucht Wartung
  • Debugging kann zur Geduldsprobe werden

Ideal, wenn du bereits mehrere Services betreibst, Hochverfügbarkeit brauchst oder dein Team mit Kubernetes vertraut ist.

Direkter Vergleich

  • Lernkurve: Compose flach, Kubernetes steil
  • Overhead: Compose minimal, Kubernetes erheblich
  • Multi-Host: Compose nur mit Swarm, Kubernetes nativ
  • Self-Healing: Compose manuell/restart-Policy, Kubernetes automatisch
  • Kosten: Compose = ein Server, Kubernetes = Cluster + ggf. Managed-Gebühren
  • Ökosystem: Compose bescheiden, Kubernetes riesig

Fazit

Die Antwort ist nicht “entweder/oder”, sondern “für welches Stadium”. Compose ist kein Lügenbaron — es bringt dich schnell von 0 auf 80 Prozent. Kubernetes ist kein Overkill per se, sondern ein Werkzeug für den Punkt, an dem du die 80 Prozent nicht mehr ausreichen.

Welchen Weg gehst du?