Wie ein Hackathon barrierefrei wurde – und was daraus fuer unsere Events blieb

Alt-Text Cyber-Panda als Gedankenstuetze beim Testen.

Einleitung

Letzten Monat habe ich etwas getan, das sonst eher in Checklisten als in Experimentierberichten vorkommt: Ich habe einen kleinen Hackathon fuer barrierefreie Teilnahme umgebaut. Nicht weil es eine Vorgabe gab, sondern weil ich wissen wollte, ob sich Inklusion mit vertretbarem Aufwand in lokale Open-Tech-Treffen uebertragen laesst.

Kontext

Tech-Events sind oft selbstgewaehlte Blasen: schnelles Internet, laute Musik, eng getaktete Pitching-Sessions und eine Location, die fuer Crew und Buehne optimiert ist. Bei der Vorbereitung unseres Leipziger Living-Lab-Treffens fragte ich mich, welche Hemmschwellen eigentlich fuer Menschen mit Behinderung, neurodivergenten Teilnehmenden oder Menschen mit Migrationshintergrund bestehen. Das Ziel war nicht, eine perfekte Inklusionsstrategie zu entwerfen, sondern praxisnahe Annahmen zu testen.

Implementierung

Wir haben vier Dinge veraendert, ohne das Format komplett umzuschmeissen. Erstens: eine fruehzeitige, klare Kommunikation ueber Beleuchtung, Lautstaerke und Raumnutzung, damit sich Teilnehmende schon vor der Anmeldung ein Bild machen koennen. Zweitens: eine stille Arbeitszone, in der keine Pitch-Musik lief und das Publizieren von Zwischenstaenden optional blieb. Drittens: ein Buddy-System fuer Leute, die Support bei der Orientierung oder bei der Formulierung von Praesentationen wuenschen. Viertens: Untertitel fuer Livestreams und eine leicht zugaengliche Dokumentation der Projektergebnisse.

Was funktionierte, ueberraschte mich. Die stille Zone wurde schnell zum beliebten Ort fuer tiefes Arbeiten. Das Buddy-System fuehrte zu staerkeren Projektteams, weil weniger ueber Technik und mehr ueber Arbeitsweise gesprochen wurde. Was nicht klappte, war die Erwartung, dass alle Beteiligten von selbst von den neuen Angeboten Gebrauch machen. Viele fragten nicht danach, weil sie unsicher waren oder Angst hatten, als Sonderfall behandelt zu werden.

Ergebnis

Ich habe gelernt, dass Barrierefreiheit kein einmaliger Kompromiss ist, sondern ein Gestaltungsraum. Die groesste Wirkung hatte nicht die technische Anpassung, sondern die Veraenderung der Erwartungskultur: Wer Inklusion von Anfang an als selbstverstaendlichen Teil des Events kommuniziert, senkt die Hemmschwelle fuer alle. Fuer das naechste Treffen moechten wir die Lernkurve der Teilnehmenden mitnehmen, also Rueckmeldungen direkt in das naechste Design einfliessen lassen.

Fazit

Wenn du das naechste Mal ein Event planst, versuche es mit einem einzigen Experiment statt mit einer langen To-do-Liste. Eine stille Zone, ein klarer Text zur Location oder ein freiwilliges Buddy-System reichen oft, um zu zeigen, dass Technik nicht nur fuer eine kleine Gruppe gebaut wird. Ich finde, das macht Events nicht nur fairer, sondern auch lebendiger.